Zusammen mit dem christlichen 1. Advent fällt dieses Jahr auch der erste Tag des jüdischen Chanukka zusammen. Wir haben uns dieses Jahr dazu entschlossen, Chanukka mitzufeiern. Gerade in der jetzigen Stimmung, in der immer mehr auf das trennende, anstatt auf das einende geschaut wird, finden wir es wichtig sich gemeinsame Werte zu schaffen. Jeder von uns sollte die Kraft haben, sich auch einmal aus seiner “Blase” zu befreien, auch mal über den eigenen “Tellerrand” zu schauen und sich mit dem vermeintlich “Neuen” zu beschäftigen (Dieses Fest ist übrigens weit älter als unser christliches Weihnachtsfest). Wenn ich weiß, mit wem ich es zu tun habe, vor dem brauche ich keine Angst mehr zu haben. Schnell werde ich dann auch erkennen, wie unehrlich, falsch und populistisch mit diesen Ängsten umgegangen wird um politische und gesellschaftliche Ziele zu erreichen.

Was ist Chanukka?


Chanukka feiert 8 Tage lang das Öl-Wunder, dass nach dem Wiederaufbau des zuvor zurückeroberten und zerstörten Tempels stattgefunden hat. Der Tempel hat im jüdischen Glauben eine zentrale Bedeutung und so stand in ihm, wie auch heute in allen Synagogen, ein ewiges Licht. Für dieses Licht wird geweihtes Olivenöl verwendet. Als man den Tempel zurückeroberte, fand man jedoch nur einen Krug geweihten Olivenöls und damit Brennstoff für einen Tag. Bis ausreichend neues geweihtes Öl aus den Oliven gewonnen werden konnte, benötigte es jedoch Zeit. Genau acht Tage. Doch wie durch ein Wunder reichte das Öl dieses Krugs, die ganzen Tage bis neues Öl hergestellt worden war.

Wie wir feiern


Wir versuchen es recht traditionell: Wir haben uns einen 9-armigen Leuchter besorgt und Kerzen. Traditionell wird zu Sonnenuntergang die mittlere Kerze entzündet, die “Schamasch”. Mit der Flamme dieser Kerze, werden die anderen Kerzen angebrannt. Die erste Kerze am 1. Tag, die 2. Kerze zusammen mit der ersten Kerze am zweiten Tag, die 3. Kerze zusammen mit der 1. und der 2. am 3. Tag usw. Bis alle Kerzen entzündet sind. Dazu werden Segenssprüche gesprochen.
Während die Kerzen brennen, was mindestens 30 Minuten sein sollte, ruht alle Arbeit. In jüdischen Familien, werden in dieser Zeit gerne Geschichten erzählt oder mit dem “Dreidel” gespielt. Ähnlich wie beim christlichen Weihnachtsfest, ist es üblich sich in der Zeit von Chanukka zu beschenken. Kinder bekommen auch Chanukka-Geld.

Fettig ist das Fest

Es wird das Öl-Wunder gefeiert, darum sind auch die Speisen recht “fettig” und erinnern an dieses Wunder. Meist gibt es unter anderem “Latkes”, eine Art Rösti bzw. Reibekuchen, zu essen. Ein einfaches Rezept:
8 große Kartoffeln, grob gerieben
1 mittelgroße Zwiebeln, gerieben
1 Ei
5 Esslöffel Mehl, je nach Bedarf auch mehr
Salz und Pfeffer
Öl und 2 EL Ganseschmalz zum ausbacken

Die Kartoffeln mit den Zwiebeln und dem Ei vermengen. Pfeffer und Salz nach Wunsch hinzugeben. Zur Bindung nun das Mehl zugeben und im Anschluss kleine Küchlein formen.
Diese Küchlein in dem Öl und Gänseschmalz ausbacken.

Frisch geformt
Frisch geformt
Öl mit Schmalz
Öl mit Schmalz
ausbacken
ausbacken
knusprig golden
knusprig golden
Fertig!
Fertig!

Wir wünschen Euch allen ein Fröhliches Chanukka!


 

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