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Veganfach 2016

Veganfach 2016 in Köln

1500 1000 Kalorienpalast

Am 4. und 5. November traf sich die vegane Welt in Köln. Die Veganfach lud zum Lifestyleevent für alle ein. Ziel war es, alle Anbieter von Produkten rund um das vegane Leben zusammen zu bringen. Schlemmen, probieren und shoppen das war das Motto zur Premiere dieser Messe. Nach Auskunft der Messe gab es 137 Aussteller aus 15 Ländern. Damit wurde die Messe sogar aus dem Stand zum größten Europäischen Event dieser Art.

Veganfach 2016

An den beiden Messetagen informierten sich über 4000 Besucher über Neuigkeiten und Trends. Ernährung nahm zwar den größten Teil in Anspruch, aber es wurde deutlich, dass zu einem veganen Leben mehr gehört. Neben Putzmitteln, Kosmetik bis hin zu veganen Möbeln gab es einiges zu entdecken.

Veganfach 2016Parallel zur Ausstellung gab es auf dem Grünen Sofa, der zentralen Bühne in der Messehalle, ein Rahmenprogramm, bei dem verschiedene Themen rund um Veganismus diskutiert wurden. Hier hat uns insbesondere das Gespräch mit Anne Menden gezeigt, dass das Thema Vegan mittlerweile sehr viel komplexer diskutiert werden sollte, als den sofortigen Verzicht auf tierische Produkte in den Vordergrund zu stellen. Es geht um gesellschaftliche Akzeptanz, um Veränderung von Gewohnheiten und Bewusstsein und auch um Arbeitsplätze.

vegan und lecker ?

Unserer persönliche Zielsetzung für die Veganfach war es, zu erkunden, welche leckeren Kalorien die vegane Welt für uns bereit hält. Hier fällt unser Fazit leider durchwachsen aus.  Auf der einen Seite haben wir viele kleine und große Firmen gesehen, die doch in Ihren Produkten tierische Zutaten durch pflanzliche Alternativen ersetzt haben. Das Ergebnis war wirklich lecker. Wer im Sinne seiner Gesundheit oder seines Gewissens auf tierische Produkte verzichten möchte, der sollte auch einmal im Supermarkt die Augen aufmachen. Hier waren unsere Favoriten Kekse und Eis.

Aber wir haben viele Produkte gesehen, die tierische Produkte imitieren. Veganer Bierschinken, veganer Thunfisch oder vegane Hähnchenschnitzel waren da nur einige Beispiele. Denken vegan lebende Menschen wirklich so „Ich möchte kein Produkt, was ein Gesicht hatte. Aber es soll bitte so aussehen und schmecken, als ob es eins gehabt haben könnte?“

Auch als wir im Zusammenhang mit dem veganen Innovationsaward einen veganen Fleischsalat gesehen haben, stellten wir uns die Frage, ob pflanzliche Produkte, die so sehr verarbeitet und mit Zusatzstoffen behandelt werden, bis sie aussehen, wie tierische Produkte mit dem ursprünglichen veganen Gedanken noch vereinbar sind oder ob Veganismus inzwischen tatsächlich ein Modetrend, ein Lifestyle geworden ist. Aber den immer wieder angeführten Aspekt einer gesünderen Ernährung, kann man in diesem Zusammenhang kaum stehen lassen.

Unser Fazit zur Veganfach

Grundsätzlich war die Messe eine tolle Gelegenheit, um über den eigenen Tellerrand zu schauen und die eigene Lebensweise noch einmal zu hinterfragen. Doch trotz aller positiver Grundgedanken zum Thema Veganismus bleiben doch einige Fragen bei uns offen:

  • Wie ernst meinen es Besucher der Veganfach, wenn Sie mit Lederjacke, Lederhandtasche oder Lederschuhen zu dieser Messe gehen?
  • Welchen Sinn haben Produkte wie veganer Käse, vegane Wurst oder veganes Fleisch? Wird man dadurch nicht doch ständig an tierische Produkte erinnert? Zeigen nicht gerade Fleischersatzprodukte besonders schön wie unfähig der Einzelne ist, sich auf echte Veränderungen einzulassen? Erzeugt diese zusätzliche „Künstlichkeit“ nicht einen geradezu verrückten Mehrverbrauch von Ressourcen?
  • Was bringen vegane Produkte, wenn, wie wir im Gespräch festgestellt haben,  die Hersteller einiger Produkte nicht wirklich hinter dem Konzept stehen?

Habt Ihr eine Antwort für uns? Wir freuen uns über Eure Beiträge und Kommentare!