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Tonic, die bittere Wahrheit
**unterstützt durch/enthält Produktplatzierungen**

11. Mai 2019.Timo

Seit ein paar Jahren ist Gin ein riesen Trend. Da wundert es nicht, dass auch der Markt für Tonic Water breiter geworden ist. Nicht umsonst ist Gin-Tonic wahrscheinlich immer unter den Antworten, wenn man im Freundeskreis nach Lieblingscocktails fragt. Neben etablierten Tonic-Marken gibt heute unzählige neue Marken. Ja sogar Discounter haben inzwischen meist ein Tonic Water im Sortiment. Wir haben in einem kleinen Test unseren Favoriten gefunden. Natürlich haben wir uns auch selbst an einem Tonic-Sirup versucht.

Was ist Tonic eigentlich?

Das, was heute den bitteren Geschmack im Tonic ausmacht war ganz ursprünglich ein Medikament. Anfang des 19Jh fand man heraus, dass das Chinin aus der Rinde des Cinarindenbaums nicht nur Malaria heilen, sondern auch vorbeugen kann. Das war eine sehr praktische Erkenntnis, insbesondere dann, wenn man ein Kolonialreich in Malariagebieten aufbauen wollte. Also gab das Britische Empire seinen Soldaten Chinin mit auf den Weg.
Da Chinin pur alles andere als angenehm schmeckt, kamen die Soldaten schnell auf die Idee, es mit Zucker und Wasser zu mischen. Der Urvater des Tonic war geboren. Von da war es dann nicht sehr weit, bis auch Gin als britisches Nationalgetränk zur Mischung gegeben wurde, um das ganze irgendwie erträglicher zu machen.
Der erste Gin Tonic der Geschichte wurde wahrscheinlich vor gut 150 Jahren irgendwo in Indien getrunken und wahrscheinlich war er alles andere als eine Gaumenfreude. Der Chiningehalt dürfte damals deutlich höher gewesen sein. Dieser Gin-Tonic war wohl in erster Linie sehr bitter. Ob das jetzt ganz genau die Wahrheit ist, oder nicht, das kann keiner mehr sagen.

Das erste Tonic Water, das dem, was wir heute darunter verstehen schon sehr nahe kommt, wurde 1858 von Erasmus Bond zum Patent angemeldet. Die Innovation war die Kohlensäure. Erstmals nennenswert vermarktet wurde Tonic Water in den 1870er Jahren durch die Firma von Johann Jacob Schweppe. Dieses Tonic enthielt neben Wasser, Kohlensäure und Chinin auch Limette. Das moderne Tonic Water war entstanden.

Die kleinen großen Unterschiede.

Inzwischen tummeln sich neben den etablierten Marken viele Sorten mit zum Teil neuen Aromakombinationen am Markt und wollen uns davon überzeugen, das beste Tonic zu sein. Wir haben uns 5 klassische Tonics näher angeschaut und einmal im Vergleich probiert. Die klassischen haben übrigens oft auch die Bezeichnung “Indian Tonic” und das Marketing gibt ihnen gern ein gelbes Etikett.
Unsere 5 Produkte im Test waren: Thomas Henry, Fever-Tree, Goldberg, die REWE-Eigenmarke und Schweppes.

Preislich war die Bandbreite sehr groß und reichte von 79ct/l bei der REWE-Eigenmarke “Beste Wahl” bis über 10€/l bei Fever-Tree. Die anderen Tonics bewegten sich zwischen 1,50€/l und 4,50€/l.
In der Zutatenliste waren sich interessanter Weise alle einig: Wasser, Zucker, Kohlensäure, Säuerungsmittel Citronensäure, natürliches Aroma und Aroma Chinin. Lediglich Thomas Henry hat als weitere Zutat Ascorbinsäure aufgeführt.
Um herauszufinden, wie ‘natürlich’ das Aroma ist, schauten wir nach, was die Hersteller selbst dazu sagen. Fever-Tree und Schweppes sind die einzigen, die großen Wert darauf legen, natürliche Extrakte zu verwenden. Bei Goldberg finden wir nur einen Hinweis, dass wenigstens das Chinin natürlich ist. Bei Rewe gab es praktisch gar keine Informationen und Thomas Henry wollte sich nicht genau festlegen.
Der Chiningehalt ist übrigens per Gesetz geregelt. Tonic Water darf maximal 85mg/l enthalten. Das liegt sehr weit unter dem Gehalt der ursprünglichen Tonic Water.

Der Geschmackstest

Nach dem ersten Schluck von jedem Tonic stellte sich heraus, dass die 5 Tonics gut vergleichbar sind. Die Hauptgeschmackskomponenten sind in allen die Bitternoten vom Chinin zusammen mit Zitrusnoten. Aber dennoch waren zwischen den Tonics deutliche Unterschiede feststellbar und so konnten wir uns recht schnell auf eine Reihenfolge einigen:

Platz 5: REWE – Beste Wahl

Den letzten Platz belegt REWE. Das Tonic ist nicht weit entfernt von einer leicht bitteren Zitronenlimo. Insgesamt war uns der Geschmack zu flach.

Platz 4: Thomas Henry

Den vorletzten Platz belegt Thomas Henry. Was uns bei REWE gefehlt hat, war hier zu viel. Das Tonic empfanden wir als sehr bitter und sehr sauer. Insgesamt war es wenig komplex und einfach nur zu stark.

Platz 3: Fever-Tree

Im Mittelfeld lag bei uns Fever-Tree. Das Indian Tonic ist ein mildes sehr gefälliges Tonic, das man gut trinken kann, aber das auch irgendwie durchschnittlich schmeckt.

Platz 2: Goldberg

Zweitbestes Tonic in unserem Test ist Goldberg. Wir fanden den Geschmack angenehm komplex und rund. Aber für uns hätte der Geschmack durchaus kräftiger sein können.

Platz 1: Schweppes

Gewinner ist Schweppes. Für uns ist es mit seinem runden und kräftigen Geschmack, der sich bei einem Gin aber auch nicht in den Vordergrund drängelt. Für uns ist es der ideale Partner für einen guten Gin.

 

Tonic Sirup selbst gemacht

Tonic kosten reicht uns natürlich nicht. Wir wollten selbst Tonic herstellen. Mit den Basiszutaten aus dem ersten echten Tonic Water aus dem 19. Jh und den Zutatenlisten aktueller Tonics hat man aber leider noch immer kein Rezept.
Ja wir geben es zu. Hier haben wir erst mal gegoogelt, bevor wir mit den großen Experimenten begonnen haben. Offensichtlich haben schon andere vor uns die Idee gehabt. Tatsächlich findet man diverse Rezepte auf verschiedenen Seiten. Ein Name, den man immer wieder liest, ist Jeffrey Morgenthaler. Er hat anscheinend als einer der ersten einen guten Tonic-Sirup gekocht und wird immer wieder zitiert.

Wir kochen sein Rezept nach. Erstaunlich viele Zutaten werden gebraucht: Orange, Limette, Zitrone, Chinarinde, Zitronengras und Piment. Alles wird kleingeschnitten, aufgekocht und darf ziehen.  Das Ergebnis ist dann sehr konzentriertes Tonic. Der Geschmack hat uns aber überzeugt und kann mit den gekauften Tonics mithalten.

Hier gehts zum Rezept

Wer es individuell mag, der hat mit dem Rezept und seinen Variationsmöglichkeiten, die Chance auf einen ganz persönlichen Gin-Tonic.

Wir sagen Cheers und suchen nun nach dem passenden Gin für unseren Tonic.

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