Was gibt es im Schwarzwald noch zu entdecken? Mit dieser Frage haben wir uns natürlich auch beschäftigt. Auch mit der Frage, wo wir noch die ursprünglichen “Versionen” von den bekannten Spezialitäten kennenlernen können. Schwarzwälder Schinken wird heute hauptsächlich industriell hergestellt. Die meist kleinen Landwirte, die diesen selbst produzieren, müssen um ihr überleben kämpfen. Die ursprüngliche Produktion ohne industrielle Methoden und der Verkauf, ohne großes Vertriebsnetz, ist sehr schwer. Diese Form der Produktion, in der es um Qualität und nicht um Quantität geht, sorgt dafür, dass diesen “kleinen Produzenten” nur lokale Märkte offen stehen.

Bei der Planung unseres Urlaubs, haben wir nur größere Betriebe gefunden, die Schwarzwälder Schinken herstellen und uns im Rahmen einer Führung die Herstellung näher bringen wollten.

Manchmal ergeben sich einfach glückliche Zufälle…

Am 1. Mai wollten wir uns die Zeit vertreiben und einen Schwarzwälder Bauernhof, im Rahmen einer Führung besichtigen, um etwas über Landwirtschaft und Leben im Schwarzwald zu erfahren. Was uns dort erwartete, begeisterte und überraschte uns sehr:
WaffeleisenDie ältere Dame, die sich als Besitzerin des Hofes herausstellte, nahm uns bei Ihrer Führung immer wieder durch Anekdoten, Erlebnisse aus ihrem Leben und ihre ganz eigene, durch ihre Lebensgeschichte geprägte Sichtweise, in ihre Lebenswelt mit.
Ihre Mischung aus Wissen, Lebensweisheit und Erfahrung war sehr beeindruckend. Der Hof selbst, geführt seit mehr als 10 Generationen, ist inzwischen mehr Museum als Arbeitsort. Die wechselvolle Geschichte ist dem Hof anzusehen, jedoch ist dieser Eindruck nicht störend. Der Hof und seine Besitzer tragen diese geschichtliche “Narben” mit Stolz, sind sie doch auch Zeichen, dass diese Verletzungen der Vergangenheit geheilt sind. Dieses Gefühl überträgt sich während der Führung und man fühlt sich fast so, als wäre man ein Teil seiner Geschichte.
RauchUnd nun kam die für uns wirklich große Überraschung: Die mehrere hundert Jahre alte Küche dient nicht mehr als zentraler Ort zur Verpflegung der Familie, denn diese wohnt nicht mehr in diesem Gebäude, sondern versorgt heute mit ihrem Rauch die im “Bauernhimmel” aufgehängten Schinken unterschiedlicher Reife. Es wird dort ganz ursprünglich Schwarzwälder Schinken hergestellt.
Der aromatische Geruch des kalten Rauchs in diesem Raum, die langsam nach oben ziehenden Schwaden und der über uns der reifende Schinken war beeindruckend und optisch ein ganz besonderes Erlebnis.
Als wir dann noch erfuhren, dass dort auch verschiedener Schnaps gebrannt wird, war dies ein weiterer Höhepunkt.
Natürlich probierten wir vom Schnaps und nahmen uns ein gutes Stück Schinken mit. Ebenso auch noch ein paar weitere Wurstwaren.

Einen Wermutstropfen hatte dann unser Aufenthalt doch…

Als wir fragten, ob wir über diesen wirklich besonderen Ort und sein rauchiges Geheimnis schreiben durften, wurden wir gebeten, es zu unterlassen. Die Situation sei schon angespannt genug.
Natürlich akzeptieren wir diesen Wunsch und so können wir Euch leider nur mit wenigen Impressionen versorgen.
Wir selbst, werden jedoch diesen Ort noch einmal besuchen, um den Rauchgeruch und wieder ein schönes Stück Schinken mitnehmen zu können.

Print Friendly, PDF & Email