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Ostern – Natürliche Farben für Ostereier

7. April 2019.Timo

Ostern gibt es bei uns immer viel selbst gemachtes. Aber bei den Eiern haben wir bisher immer auf fertige Farben zurück gegriffen. Das sollte dieses Jahr anders werden. Wir wollten Ostereier einmal ganz ohne künstliche Farben färben.
Auf vielen so genannten Ratgeberseiten findet man ja dazu Hinweise welche Pflanzen gut funktionieren sollen. Allerdings machen viele dieser Seiten den Eindruck, daß da einer vom anderen abgeschrieben hat, ohne es selbst zu probieren. Also hieß es erst einmal recherchieren, welche Pflanze bringt welche natürliche Farbe.

Natürliche Farben und die volle Farbauswahl

Wer glaubt, dass die Farbauswahl bei natürlichen Farben stark eingeschränkt ist, der irrt sich. Fast alles ist (theoretisch) möglich. Weil wir keine halben Sachen machen, sollte es bei unseren Ostereiern tatsächlich der komplette Regenbogen sein. Uns war allerdings von Anfang an klar, dass der Regenbogen nicht so leuchten wird, wie mit künstlichen Farben.
Bei den vielen Pflanzen, mit denen man färben kann, finden viele auch in der Küche eine Verwendung. Bei anderen sollte man besser Abstand nehmen, weil sie nicht ungefährlich sind. (Auf einigen Webseiten hatte ich Efeu und Johanniskraut gelesen.) Ziel war es, nur genießbare Pflanzen zu verwenden, die auch in der Küche zum Einsatz kommen, weil die Eier ja noch gegessen werden sollten.

Die Pflanzen haben es in meine Auswahl geschafft

Nach einiger Überlegung und einer recht langen Liste von Optionen, habe ich mich bei jeder Farbe für zwei bis drei Pflanzen entschieden, die ich mischen wollte. Irgendwie habe ich mich davon leiten lassen, was schöne Flecken auf T-Shirts und Hemden zaubern kann.

rot

Rot soll durch rote Beete leuchten. Das Betanin darin färbt übrigens auch Kirschjoghurt rot. Kombiniert habe ich es mit roter Malve. Ein paar rote zwiebeln hatte ich auch noch. Von denen kam etwas Schale auch mit dazu.

  • 3 große rote Beete-Knollen
  • 20g roter Malventee aus dem Teebeutel
  • von 4 roten Zwiebeln die trockene Schale
orange

Nichts ist so orange, wie Karotten. Hier sind es die so genannten Carotinoide, die für die orange Farbe sorgen. Damit das orange dunkler wird, habe ich es mit Zwiebelschale kombiniert.

  • ca. 500g frische Karotten
  • 1 Handvoll trockene braune Zwiebelschale
gelb

Bei gelb ist die Wahl auf Curcuma gefallen. Jeder, der schon einmal damit gekocht hat, weiß, wie gut es gelb färbt. Die gelbe Farbe kommt vom Curcumin. Dazu kamen dann noch Kamillenblüten als Ergänzung.

  • 1EL Curcuma und 6 frische Curcumaknollen die ich noch im Kühlschrank hatte
  • 15g Kamillenblütentee aus dem Teebeutel
grün

Grün sollte der schwierigste Kandidat werden. Spinat liest man überall. Matetee habe ich auch gefunden. Die beiden sind es dann auch geworden. Chlorophyll ist verantwortlich für die Farbe. Ich bin gespannt, ob es klappt.

  • 40g Spinatpulver, das entspricht mehr als 500g frischem Spinat
  • 20g Matetee
blau

Blau kommt aus dem Blaukraut/Rotkohl. Auch wenn die Farbe ja eher violett ist, sollten die Eier trotzdem eine blaue Farbe annehmen. Als Kombipartner habe ich die einzige etwas exotischere Pflanze in meinem Versuch genommen. Die Butterfly Pea. Das ist eine tropische Pflanze, die verschieden genutzt werden kann. In Indien nutzt man die Blüten zum Beispiel zum Färben von Reis.

  • ein Minirotkohl ca. 600g
  • 1Tl Butterfly Pea Pulver
violett Bei violett wollte ich rot und blau kombinieren.

 

Vor dem Färben muß der Sud gekocht werden

Die Mengen, die oben stehen, sind nur ungefähr und als Empfehlung zu sehen. Hier gilt: Viel hilft viel. Pro Sud habe ich ca. 1L Wasser angesetzt. Alle frischen Gemüse habe ich klein geraspelt und ca. 30 Minuten ausgekocht. Dann habe ich die trockenen Zutaten dazu gegeben und alles noch einmal 10 Minuten kochen lassen. Danach habe ich den Sud durch ein Sieb gegeben und die Farben zum Abkühlen auf die Terrasse gestellt.

Mein kleiner Farbtest sah vielversprechend aus. Alle Farben waren kräftig und auf dem Papier auch gut zu erkennen. Aber selbst wenn man an der Stelle zufrieden ist, kann das Ergebnis auf dem Ei nochmal ganz anders sein. Viele der natürlichen Farben verändern sich, wenn die Umgebung sauer oder basisch ist. Sie sind so etwas wie ein pH-Indikator. Eierschale ist leicht basisch. Ich war gespannt, was passieren würde.

Während die Farbsude abkühlten, wurden die Eier hart gekocht und nach dem Abschrecken in die Farben gelegt. Beim Färben hatte ich noch einen Schuss Essig mit in das Wasser gegeben, damit sich die Eierschale etwas anlöst und rau wird. So hält die Farbe besser. Bei den natürlichen Farben muß man auf jeden Fall mehr Zeit einplanen. 30 Minuten im Farbbad sollten es schon sein. Zum Trocknen kamen die Eier auf die leeren Eierkartons.

Direkt nach dem Färben hat sich schon gezeigt, dass die Farben nicht ganz so brillant und gleichmäßig sind, wie künstliche Farben. Aber das war ja auch nicht mein Ziel. Es war interessant zu beobachten, dass einige Farben während des Trocknens noch einmal intensiver wurden. (gelb und orange). Andere haben sich noch einmal leicht verändert. (rot und violett)

So sehen die Eier nach dem Färben aus.

Ich finde, das Ergebnis kann sich trotzdem sehen lassen. Es ist unter uns gesagt sogar viel besser, als ich am Anfang gedacht hatte.

Meine Favoriten sind orange, gelb, grün und blau. Das rote Ei (linkss) ist etwas dunkel geworden und sieht sogar ein wenig violett aus. Das  violette Ei (rechts) sieht sehr blass aus und der Farbton erinnert eher an ein dunkles türkis. Ich habe den Malventee im Verdacht. Wahrscheinlich hat er sich auf der Eierschale von rot in ein leichtes blau/violett verändert. Vor vielen Jahren hatte ich mal einen Versuch mit roter Beete allein gemacht. Da sind die Eier eher pink geworden.

Vom grün war zuerst gar nichts zu sehen. Im Vergleich zu den anderen Eiern, waren die Eier praktisch noch weiß. Ehrlich gesagt ist es mir ein Rätsel, wie sich Spinat hartnäckig auf allen Listen zum Thema grün findet. Spinat ist lecker. Aber er färbt wohl alles außer Eier.

Kurzerhand habe ich dann blau und gelb gemischt. Obwohl der Farbsud eher braun als grün aussah, habe ich es probiert. Nach einer halben Stunde, waren die Eier tatsächlich so grün, wie oben im Bild.

Ostern kann kommen

Als Fazit, kann ich meine Mischungen für gelb, orange, blau und den zweite Versuch für grün wirklich empfehlen. Natürlich dauert es aber auch viel mehr Zeit, als wenn man einfach nur ein fertiges Farbpulver ins Wasser gibt. Aber dafür ist hier alles natürlich. Beim Rot kann man wirklich noch optimieren. Vielleicht wird mit einem besseren rot dann auch das violett besser.

Nächstes Jahr ist ja wieder Ostern. Wir wünschen euch auf jeden Fall viel Spaß beim Färben.

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