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Brokkoli in Wasser

Ohne Nadel aber mit Flasche: Infusions

1500 924 Kalorienpalast

Wikipedia erklärt zum Begriff INFUSION, folgendes:

hospital-834150_640Bild: Pixabay
Als Infusion, Infusionstherapie (lateinisch infusio ‚Aufguss‘ und infundere ‚eingießen, eindringen‘) bezeichnet man die kontinuierliche, meist parenterale Verabreichung von Flüssigkeiten. Sie werden in aller Regel intravenös verabreicht.“

Nun, was hat das alles mit mir zu tun? Infusions sind der neue Hit am Foodtrend-Himmel. Man nehme diverse Früchte, Gemüse, Kräuter und übergiesse diese mit klarem Wasser. Zwischen ein paar Minuten oder Stunden ziehen lassen und fertig ist der neue Zaubertrank ala Miraculix. Das ganze wird dann getrunken, hat also nichts mit einer Infusion beim Arzt zu tun. Alle Nadel- Phobiker höre ich nun erleichtert aufatmen.

Fett „wegspülen“

Infusions sind eigentlich nichts anderes wie Wasseraufgüsse oder wem es besser gefällt, eine Art „Tee“. Je nach gewählter Zusammensetzung soll er entgiften, aufbauen, die Haut verschönern, das Immunsystem stärken und den ganzen Körper regenerieren. Abnehmen kann man damit auch. Unter einem im Internet verfügbaren Rezept wird gepriesen: „Fett lässt sich einfach „wegspülen“, wenn Sie Gurke, Grapefruit, Mandarine und Pfefferminzblätter in Ihr Wasser fügen.“ Ein wirklicher Wundertrank. Das Ganze auch noch dekorativ in einer Glasflasche serviert: Hammer!

Kindheitserinnerungen

Der Geschmack? Naja, schwierig. Erinnern wir uns. Als Kinder kamen wir sicher alle mal auf die Idee, unser Lieblingsbonbon oder den Lutscher in einem Glas Wasser auflösen zu wollen. Bedauerlicher Weise klappte das nie und das, was wir da produzierten, schmeckte letztlich entfernt nach unserer Süßigkeit aber doch in erster Linie nach Wasser. So geht es mir auch, nach dem probieren einer Infusion. Wenig Geschmack, aber wie sagte schon Oma: „Es muss nicht schmecken, es muss helfen.“
Doch was ist da drin, was diese Wunder auslöst? Es ist das Wasser. Wer mehr trinkt, isst auch weniger, sollen Studien des „Journal of Human Nutrition and Dietics“ bewiesen haben. Zudem lösen sich aus den beigefügten Früchten, Gemüsesorten, Kräutern diverse wasserlösliche Stoffe wie Mineralien und auch ein paar wasserlösliche Vitamine. Ob das alles, für die versprochenen Wunderwirkungen von diesen diversen Infusions ausreicht?

Es plätschert dahin…

Die lange Zeit, die das Wasser benötigt um Geschmack anzunehmen, zerstört die meisten der mit dem Wasser ausgelaugten Vitalstoffe. Viele der wertvollen Inhaltsstoffe können auch gar nicht gelöst werden, da sie fettlöslich oder in Frucht- oder Gemüseteilen enthalten sind, die vom Wasser nicht durchdrungen werden können.
Welchen Sinn macht es dann, überhaupt ein „Infused water“ herzustellen?

Die Frage nach dem Sinn

Es sieht gut aus in einer Glasflasche! Trends sind auch in gewisser Weise Aushängeschilder und mit einer Infusion zeige ich meiner Umgebung, dass ich mich um meine Gesundheit kümmere, etwas für mich persönlich erreichen will und letztlich schmeckt es dann doch besser als pures Wasser. In gewisser Weise nichts anderes als ein neues Handy: Sieht gut aus, nix besonders innovatives, aber ich zeige damit das ich up-to-date bin.
Meine Idee für eine Alternative: Holt Euch ein Glas Wasser und esst das Obst und Gemüse dazu. Das macht satt, ist gesund und mit ein bisschen Übung in der Küche, kann das auch verdammt gut aussehen. Viel Spass beim ausprobieren.