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Bienen und Honig - Tag der offenen Tür Hof Becker und Imker Wolfgang Hart

Honig kommt nicht aus dem Supermarkt.

1275 850 Kalorienpalast

Honig ist was tolles! Er ist süß, lecker und gesund. Doch wenn wir ehrlich sind, die wenigsten von uns machen sich wirklich Gedanken darum, wo er her ist. Ja klar, Supermarkt! Auch wenn wir wissen, dass nur Bienen den wertvollen Honig produzieren, ist doch viel darüber unbekannt.
Um die Bienen bei der Arbeit zu beobachten, und um weitere Infos aus erster Hand zu bekommen, waren wir gestern beim Tag der offenen Tür beim Hof Becker und Imker Wolfgang Hartung.

Honig aus der Kiste 

Beim Hof Becker stehen zur Zeit zwei Bienenvölker. Die Bienen fliegen hier unermüdlich zwischen dem Rapsfeld und dem Bienenstock hin und her. Das, was man normaler Weise vom Bienenstock zu Gesicht bekommt, sind aufeinander gestapelte Holzkästen mit einem Schlitz im unteren Bereich, der für die Bienen Ein-und Ausgang ist. Doch am Tag der offenen Tür durften wir ins Innere schauen.

In jedem der Kästen stecken Holzrahmen. Nimmt man die Rahmen heraus, werden die typischen Waben sichtbar. Arbeiterinnen und Drohnen, die sind etwas größer als Arbeiterinnen, laufen scheinbar durcheinander darauf herum. Doch jede Biene hat ihre Aufgabe und wenn man genau hinsieht, kann man auch verschiedene Arten von Waben erkennen. Es gibt Bereiche für den Nachwuchs und Bereiche für Honig bzw. Pollen.

Von der Blüte zum Honig

Im oberen Bereich des Bienenstocks liegen die Waben für den Honig. Hier bewegen sich auch nur Arbeiterinnen. Wir lernen, dass die Bienen, die immer zwischen Feld und Bienenstock fliegen, nur die Arbeiterinnen sind.  Sie sammeln Pollen für Ihren Nachwuchs als Futter. 

Bienen und Honig - Tag der offenen Tür Hof Becker und Imker Wolfgang Hart

Dabei bestäuben sie die Blüten. Ohne Bienen gäbe es also keine Ernte. Das gilt nicht nur für den Raps, sondern für fast alles Obst und Gemüse.
Daneben sammeln die Bienen auch Nektar und bringen ihn im Honigmagen zurück zum Bienenstock. Pro Flug bringt eine Arbeiterin 10-20mg Nektar zurück. Das heißt, dass eine einzelne Biene 50-100x fliegen muss, um 1g Nektar zu sammeln.
Im Honigmagen verliert der Nektar Wasser und wird verändert. In einem komplizierten Prozess entsteht daraus der Honig, den wir so mögen. Sind die Zellen der Wabe voll, werden sie verschlossen. Der Imker erntet dann die vollen Waben.

Da der Honig eigentlich der Wintervorrat für die Bienen ist, muß der Imker aufpassen, nicht zuviel davon zu ernten, damit das Bienenvolk den Winter gut übersteht.

Wir brauchen die Bienen! 

Zur Zeit wird viel über Bienensterben und Insektensterben allgemein diskutiert. Man hört oft, dass sogenannte Neonicotinoide verantwortlich dafür sind. Neonicotinoide sind Insektengifte, die in der Landwirtschaft zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden. Aktuell arbeitet sogar die EU an einem Verbot. Aber die Lage für Bienen ist komplexer. Für die Bienen der Imker aber auch für die Wildbienen sind die Neonicotinoide nur ein Teil des Problems.
Durch die intensive Landwirtschaft gibt es immer weniger Vielfalt an Wildpflanzen. Wenn man mit offenen Augen durch’s Land fährt sieht man viel grün aber wenig bunte Wiesen.
Selbst wenn man im Garten viele Blumen hat, können diese für Bienen wertlos sein, weil es sich um Pflanzen aus anderen Regionen der Erde handelt, auf deren Blüten unsere Bienen nicht spezialisiert sind.
Auf der anderen Seite, gibt es eine aus Asien eingewanderte Milbenart, die Varroa-Milbe. In Europa sind inzwischen praktisch alle Bienenvölker befallen. Die Milben schwächen die Bienen und das Bienenvolk ist anfälliger für andere Probleme. Imker haben inzwischen einen Weg gefunden, ihren Bienen ein wenig zu helfen.
Wildbienen haben diesen Luxus nicht und sind daher den Milben wehrlos ausgesetzt. Wildbienen sind also doppelt gefährdet.

Und nun?

Nutzt die Gelegenheit, wenn euch ein Imker seine Bienen zeigt. Man bekommt dann eine ganz andere Wertschätzung für den Honig und die Leistung der einzelnen Bienen. Ausserdem bekommt Ihr beim Imker nachhaltigen Honig aus eurer Region. Im Supermarkt weiß man oft nicht, aus welchem Teil der Welt der Honig eigentlich kommt.
Dazu kann jeder etwas für Wildbienen tun. Es ist ganz einfach: Weniger Insektizide und mehr Wildblumen im eigenen Garten.

Wenn Ihr mehr wissen wollt: Es gibt eine tolle Aktion-> Deutschland summt.

Bienenhonig - Pinterest

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Timo

Ich mag die Herausforderung und probiere mich deshalb besonders an französischem Feingebäck und der Patisserie allgemein. Das muss nicht immer gut gehen. Das Spiel mit Aromen reizt mich sehr und so verirrt sich auch mal Kürbiskernöl und Pfeffer in ein Gebäck, Lavendel in eine Eiscreme oder Thymian in die Marmelade. Für mich muss eine Speise schön angerichtet sein, jedoch nicht zum Kunstwerk stilisieren. Food setze ich gerne in rechte Licht und verewige es digital. Je nach Ergebnis ist das gar nicht so einfach…

Alle Beiträge von:Timo

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Ich mag die Herausforderung und probiere mich deshalb besonders an französischem Feingebäck und der Patisserie allgemein. Das muss nicht immer gut gehen. Das Spiel mit Aromen reizt mich sehr und so verirrt sich auch mal Kürbiskernöl und Pfeffer in ein Gebäck, Lavendel in eine Eiscreme oder Thymian in die Marmelade. Für mich muss eine Speise schön angerichtet sein, jedoch nicht zum Kunstwerk stilisieren. Food setze ich gerne in rechte Licht und verewige es digital. Je nach Ergebnis ist das gar nicht so einfach…

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