Warum eine Mühle wie die Mockmill 100 testen? Mehl gibt es günstig und standardisiert im Laden.
Ja, das stimmt und es ist sehr praktisch Mehl so einfach zur Verfügung zu haben. Doch wir sind einfach keine Fans von Mehl aus dem Supermarkt. Wir beziehen unser Mehl schon seit langem von einer der letzten Mühlen in der Region. Darüber haben wir Euch hier berichtet. Wir sind einfach überzeugt davon, dass frisch gemahlenes Mehl ohne Versandwege, lange Lagerungszeiten einfach wertvoller, geschmackvoller und nachhaltiger ist, als das Pendant aus den großen Industriemühlen in den Auslagen des Supermarkts.
Zudem ist es nicht mal sehr teuer, wenn man zu Hause mahlt. Getreide gibt es ebenfalls in unserer Mühle zu kaufen, inzwischen haben jedoch auch diverse Märkte wie Alnatura, Denns oder sogar dm Getreide aus biologischem Anbau im Angebot. Trotzdem sollte man sich etwas vorab informieren: Das Biosiegel ist kein Garant dafür, nicht plötzlich Weizen aus Ägypten oder Indonesien in der Hand zu halten. Mag sein, dass dieser auch wertvoll ist, wir bevorzugen aber Getreide aus dem Inland. Doch nun zur Mühle…

Die Firma Mockmill

Seit vierzig Jahren beschäftigt sich der Eigentümer und Konstrukteur mit Mühlen und deren Einsatz zu Hause. Wolfgang Mock, kann also auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Mit seinem Grundsatz “Jeder Mensch hat das Recht auf eigenes Mehl.”, versucht er mit seinem Unternehmen bessere Küchengeräte zu einem fairen Preis zu konstruieren und zu produzieren. Hierzu betreibt er einen Onlineshop.
Wir haben uns für die Mockmill 100 entschieden.

Mockmill 100

Die Mockmill 100 ist eine Mühle mit einem üblichen Korund-Keramik- Mahlstein die 100g Mehl pro Minute mahlen soll. Sie hat eine stufenlose Einstellung des Mahlgrads und einen leistungsstarken Motor mit 360 Watt. Das Gehäuse ist aus einem Kunststoff, der biologisch abbaubar ist. Für die Größe der Mühle von 380 x 220 x 190 mm, hat sie ein stattliches Gewicht von fast sieben Kilogramm. Der Preis ist derzeit (Mai 2018) bei 199,00 Euro.

Mockmill 100
Lieferung

Die Mühle Mockmill 100 wird in einem knapp passenden Karton geliefert, der die eigentlich verpackte Mühle beherbergt. Eine übliche Versandweise. Es war etwas fummelig den Karton hieraus zu befreien, aber es war schnell erledigt. Eingepackt in einer schlicht gestalteten Umverpackung steht nun die Mühle da. Gar nicht so schwer wie gedacht.
Sie aus dieser Umverpackung zu befreien, ist jedoch ein kleines Abenteuer:  Nach dem Öffnen, fällt sofort ein Zettel ins Auge der warnt, welche Ideen zur Befreiung zu einer  Beschädigung führen. Nach einigen alternativen Versuchen, haben wir den Karton letztlich einfach umgedreht und mit ein bisschen rütteln, war die Mühle dann doch recht schnell befreit.

InbetriebnahmeMockmill 100

Nach der Befreiung aus dem Umkarton sollte dann die Mühle betriebsbereit gemacht werden. Der logische Ablauf könnte nun sein, Getreide in Trichter füllen, Mahlgrad mit dem gut sichtbaren und selbsterklärenden Regler einstellen und dann losmahlen. MÄÄÄHHHPPP!! Falsch! Per Zufall entdecken wir ein zusammengefaltetes illustriertes Blatt im Karton. Wo kommt das den her? Entweder hat es sich bis jetzt gut versteckt oder wir haben es, wegen unserer Kopf-über-raus-Aktion, verschüttet.

Mockmill 100

Auf rund 14 Bildern in 8 Schritten wird uns erklärt wie die Transportsicherung entfernt wird. Irgendwie habe ich das Gefühl, einen Knoten im Kopf zu haben. 5 Uhr, 3 Uhr, drehen, schrauben…Wer sonst selbst für den Glühbirnenwechsel oder eine quietschende Tür den Handwerker ins Haus holt, wird hierbei eine Panikattacke bekommen und mit Angstschweiß der Anleitung folgen oder die Mühle einpacken und zurücksenden.Was etwas bedenklich ist: Diese Transportsicherung wird überhaupt nicht in der Anleitung erwähnt! Wer also das Blatt nicht hat oder übersieht, hat ein Problem.Bei näherem lesen, entdecken wir einen Link zu einem Video, dass uns die Entfernung der Transportsicherung erklären soll. Dieser Link führt jedoch auf die Startseite des Internetauftritts und nicht direkt zum Video. Erst im Onlineshop bei Aufruf der Mühle finden wir einen Link zum Video. Das Video selbst, führt aber nicht unbedingt zu einem sicheren Umgang mit dieser Aufgabe und es wäre interessant zu wissen, was geschieht, wenn man die Anweisungen nicht befolgt.

Im Einsatz

Die Mühle ist laut. Sehr laut. An einem Sonntag früh mahlen, damit der Partner sich über Pancakes freut, wird definitv nichts. Eher wird es so sein, dass der Lieblingsmensch erschrocken aus dem Bett springt. Die beschauliche Mühle hat ca. 90 db im Betrieb , was mit der Lautstärke einer Flex, Kreissäge oder einem Dieselaggregat vergleichbar ist.
Der Lärm, den sie macht, ist ja nur kurze Zeit und führt zu folgendem Mahlergebnis:
Wir haben die Mühle mit Weizen und Mais ausprobiert. Das Ergebnis war jeweils perfekt und lässt keine Zweifel offen. Egal in welchem Mahlgrad, dass Ergebnis war immer sehr gut.
Wermutstropfen: Wenn nicht alles Getreide, was sich in der Mühle befindet gemahlen wird, dann blockiert bei erneutem anschalten das Mahlwerk. Lösung dafür ist, das Mahlwerk kurz auf die gröbste Mahlstufe zu stellen. Dann wird das Mahlwerk wieder frei geräumt. Leider steht auch dies nicht in der Anleitung und kann den unerfahrenen oder vorsichtigen Nutzer sehr irritieren.

Unser Fazit
4.5 / 5 Unsere Wertung
Pro
Sehr gutes Mahlergebnis
Stufenloser Mahlgrad
Contra
Entfernung Transportsicherung schwierig
Fehlende Dokumentation bzw. Hinweise

Lautstärke

Die Mockmill 100 ist einen schöne kompakte Mühle, die sich dekorativ in die Küche einfügt. Wer sie ausgepackt hat und es meisterte sie in Betrieb zu setzen, besitzt eine Mühle mit sehr guter Mahlleistung für den Alltag. Die Lautstärke ist jedoch gewöhnungsbedürftig und der beiliegenden Anleitung fehlen Informationen. Die Art und Weise der Entfernung der Transportsicherungen, ist für den gewöhnlichen Nutzer eine nicht zu unterschätzende Hürde. Das Ergebnis der Mühle ist jedoch wirklich grandios.
Aussehen
Verarbeitung
Größe
Bedienbarkeit
Funktionalität
Preis
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