Was macht eigentlich leckere Kalorien noch besser? Ganz klar, die perfekte Inszenierung.  Fast jeder Kölner und jeder Fan von Freizeitparks, Achterbahnen und abenteuerlichen Erlebnissen, war bestimmt schon einmal im Phantasialand bei Brühl. Weniger Menschen wissen, dass es dort auch ein ganz anderes Programm gibt: Fantissima.
Fantissima ist die Verbindung von einem gehobenen 4-Gang Menü mit einer exklusiven Bühnenshow. Beworben wird es als

“ein Abend perfekter Inszenierung voller phantastischer Momente und kulinarischer Finessen.”

Ich hatte die Show schon vor drei Jahren gesehen und geschwärmt. Um so mehr freute es Mark und mich, als wir eingeladen wurden, die Show und das Dinner gemeinsam zu erleben.

Willkommen bei Fantissima

Fantissima
Kronleuchter aus Murano-Glas

Der Abend bei Fantissima beginnt stilvoll in einer edlen Lobby, die ganz und gar in schlichtem schwarz und weiß gehalten und mit ausgewählten Designerstücken ausgestattet ist. Besonders eindrucksvoll ist dabei die Mitte des Raumes, in der unter einem riesigen Kronleuchter aus Murano-Glas Champagner serviert wird. Demnächst soll dieser Bereich, sogar noch durch einen schwarzen Flügel vervollständigt werden. Eine imposante Vorstellung.

Lobby Fantissma
Lobby

Nach einem leckeren Cocktail, begibt man sich nun in das eigentliche Restaurant. Wie in einem gehobenen Ambiente selbstverständlich, wird man dort sofort in Empfang genommen und zu seinem Platz begleitet.
Was wir sehr sympathisch fanden, war die persönliche Betreuung am Tisch. Stets kümmerten sich zwei Mitarbeiter den ganzen Abend um uns, die Getränke und beantworteten Fragen zum Menü. Der Gastraum ist ebenso wie die Lobby in einem schlichten Stil gehalten. Farblich dominieren schwarz, weiß sowie Metall und Glas. Klare Linien, nichts soll vom Menü und der Show ablenken.

Phantastische Momente

An einer Seite des Raumes, jedoch dort sehr präsent: Die recht große Bühne mit einer modernen Videowand die den kompletten Hintergrund der Bühne umspannt. Die Show selbst ist in Blöcke gegliedert. Erst Show, dann wird der Gang serviert.
Zwischen den Gängen findet man auch Zeit für eine Unterhaltung am Tisch oder die Möglichkeit sich nach draußen in die Lobby zu begeben. Unhöflich wäre es, dies während eines Show-Blocks zu tun.
Punkt 19 Uhr folgte die Begrüßung durch den Gastgeber des Abends und begleitend hierzu, kam auch schon das Amuse Gueule.

Buehne Fantissima
Bühne mit Show

Die Show begann und wir bemerkten vom ersten Augenblick an, das hier mit einem hohen Anspruch an die Qualität der Show gearbeitet worden war.
Zu keinem Augenblick, hatte man das Gefühl in einer billigen Variete-Nummer oder einer Show mit Kostümen und Bühnenbild aus den 80ern zu sitzen. Die Videowand im Hintergrund machte dabei schnelle Szenenwechsel möglich.

Befand man sich grad noch im Ägypten der Pharaonen, so ist man im nächsten Moment im Amerika der 50er Jahre. Sicherlich war so mancher Hintergrund oder Effekt auch Geschmackssache, doch ohne diese Videowand und ohne die professionellen Lichteffekte, hätte die Show sicherlich viel von ihrem Glanz  und Charme verloren. Es lebe die Technik!
Besonders die vielen Tanzeinlagen, die außergewöhnliche Artistik und die dabei eindrucksvollen Choreografien begeisterten uns. Der Tanzcrew und den Artisten ist wirklich ein großes Lob auszusprechen. Hut ab!

Kulinarische Finesse

Neben der Show auf der Bühne, war das Essen perfekt inszeniert. Stets wurde korrekt eingedeckt und darauf geachtet, dass alle am Tisch gleichzeitig die Speisen erhielten. Auch die Choreografie des Service war spannend zu erleben. Doch was als einziges konstant störte und mit jedem Gang ärgerlicher wurde, war das fehlende Licht. Mark und ich erkannten nicht was auf dem Teller vor uns passierte.

Als Vorspeise wurde Lachs im Brick-Teig mit Erbsen-Hibiskusblüten-Püree und Estragonschaum sowie Kalbsfilet mit Meersalz-Crunch und Weißwein-Risotto serviert. Hört sich fantastisch an und passte auch wunderbar zusammen. Bei Mark war dabei vom Meersalz-Crunch wohl zu viel auf den Teller geraten, der Crunch war teilweise auf das darunter liegende Risotto gefallen und hat dieses etwas “verwürzt”.
Bei der Vorspeise wurde es still am Tisch. Alle hatten mit uns zusammen Freude an der Vorspeise.

Als Zwischengang gab es zwei Suppen. Einer Kichererbsen-Minzsuppe stand Kartoffelcremesuppe mit krossem Tiroler Speck gegenüber. Beide Suppen waren sehr ausgewogen abgeschmeckt und haben Lust auf mehr gemacht. Uns hat generell gefreut, dass im Menü insgesamt eine gewisse Bodenständigkeit mit zu spüren war. Daneben, wurde aber durch die gekonnte Kombination von Aromen und Zubereitungsformen, auch die angekündigte Finesse deutlich.

Hauptgang Essen Fantissima
Hauptgang

Im Hauptgang vereinten sich auf dem Teller Rinderfilet mit karamellisiertem Weißkohl und Pfefferjus sowie Kalbsbratwurst mit Riesling-Senf, Apfel-Beeren-Rotkraut und Bratkartoffel. Jeder einzelne Teil des Hauptgangs war perfekt zubereitet und geschmacklich ein Traum.  Doch zusammen auf einem Teller, einfach zuviel Aromen. Das sind für uns einfach zwei zu unterschiedliche Gerichte! Der Koch wird sich aber dabei etwas gedacht und wir ihn nur einfach nicht verstanden haben. Wir haken es als jammern auf hohem Niveau ab. Denn trotz der Komposition, war der Hauptgang (wen man die Reihenfolge kannte, ihn zu essen) wie auch schon die beiden Gänge davor, ein Genuss.

Abgerundet wurde der kulinarische Teil des Abends durch Schokoladensoufflé und Tonkabohnensoße, Auflauf von Zimt-Butterschnecke, Himbeer-Haselnuss-Eis und Mangoragout. Sah auf dem Teller toll aus und unter dem Licht des eingeschalteten Handys, erkannten wir auch die Farbvielfalt. So konnte das Dessert geschmacklich und optisch punkten. Wir lieben das Aroma von Tonkabohnen.

Unser Fazit

Fantissima ist eine Komposition der Elemente Menü und Show, in der stets ein harmonisches Gleichgewicht herrscht: Zeigt der eine Schwäche, tritt der andere um so stärker in den Vordergrund. Man hat während des gesamten Abends ein harmonisches Miteinander, das sich auch auf den Gast überträgt und sicherlich eines der Geheimnisse des Erfolgs von Fantissima ist.
Unser Fazit daher: Bei Fantissima wird nicht zu viel versprochen. Auf unserer Suche nach den leckersten Kalorien, sind wir hier auf jeden Fall fündig geworden. Von uns gibt es ganz eindeutig Daumen hoch.

Wer selbst einmal Fantissima erleben möchte, kann sich hier online Plätze buchen. Die Preise beginnen ab 69 Euro pro Person excl. Getränke.

Fantissima

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