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Waldmeistersirup

Die Sache mit dem Waldmeister

1271 1500 Kalorienpalast

Bei wenigen Pflanzen ist die Verunsicherung so groß, wie beim Waldmeister. Lange Zeit war er kaum frisch zu bekommen. Jetzt ist er wieder eingeschränkt erlaubt. Ist er wirklich gefährlich? Und was ist dann in der Waldmeister-Limo drin, die man normal kaufen kann?

Eins nach dem anderen.

Waldmeister wird wahrscheinlich schon so lange verwendet, wie Menschen Kräuter wegen ihrer besonderen Aromen verwenden. Historisch belegt ist die Verwendung durch einen Benediktinermönch im 9. Jahrhundert. Hauptsächlich wurde er für Maibowle verwendet.
In Deutschland war er lange Zeit beliebt für die Aromatisierung von Erfrischungsgetränken.

Waldmeister

Waldmeister

Doch als in den 70ern seine Verwendung vorsorglich sehr streng reguliert wurde, verschwanden die grünen Limonaden fast vollständig aus den Regalen des Handels. Stein des Anstoßes war das im Waldmeister enthaltene Cumarin, was neben anderen Substanzen den charakteristischen Geruch ausmacht. Cumarin kann in hohen Dosierungen für Übelkeit und Kopfschmerzen sorgen. Ob das bei der Maibowle nicht auch mit dem Alkohol zusammen hängen kann, ist eine andere Frage.

Wo Waldmeister drauf steht, ist meist keiner drin

Mittlerweile ist echter Waldmeister wieder erlabt, da man die Gefahren inzwischen besser versteht. Seit 2011 gelten auch festgelegte Grenzwerte für die Verwendung in Lebensmitteln. Aber was man heute in den Supermarktregalen unter dem Stichwort Waldmeister findet, ist übrigens durch und durch ein künstliches Produkt.
Zum einen wird ein künstlicher Aromastoff eingesetzt, der nicht aus der natürlichen Pflanze gewonnen wird. Nach dem ursprünglichen Verbot von echtem Waldmeister war das die einzige Alternative.
Zum anderen sind alle Produkte künstlich gefärbt, da das Aroma an sich farblos ist. Das bedeutet dann, dass das, was die meisten von uns als Waldmeister kennen, eher im Chemielabor als im Wald zu suchen ist.

Echter Waldmeistergeschmack

Maibowle

Maibowle

Geplant war das Experiment mit dem echten Geschmack schon für letztes Jahr. Aber als es soweit war, bekamen wir nirgends frischen Waldmeister zu kaufen. Die einzigen Pflanzen, die es in einer Gärtnerei gab, waren noch so winzig, dass sie es nur als Deko mit auf das Foto schafften. Wir haben unsere Waldmeisterbowle dann mit Waldmeisterlikör  angesetzt. Die Pflanzen haben wir in den Garten gepflanzt. Dadurch hatten wir dann in diesem Jahr genug frisches Kraut für unseren Geschmacksversuch in Form von Sirup.
Der erste Eindruck war schon ein anderer, als das, was man gewöhnt ist. Wir fanden das Aroma herber und weniger intensiv. Das ist ja aber auch nicht wirklich verwunderlich, wenn man sich bewusst macht, dass es ja kein echter Waldmeister ist, den man sonst kennt.

Hier gehts zum Rezept

Aus dem Sirup haben wir dann leckere Long Drinks gezaubert. Wie bei der Bowle vom letzten mal, war auch Holunderblütensirup mit dabei. Ausserdem kam noch milder Traubensaft und Sprudel dazu. Wir haben damit gestern beim ESC angestoßen. Es war spannend bis zum Schluß. Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr.