Die Jüdische Küche

Meist vor Ostern, hört man besonders viel Nachrichten aus der jüdischen “Welt”. Seien es die Ankündigungen von “Sederfeiern” einiger Kirchengemeinden oder es fallen Begriffe wie “Pessach”, “Pessachfest” oder “Exodus”. Das macht neugierig, denn wir haben uns bisher wenig mit dem Judentum beschäftigt, das ja nicht nur eine Religion darstellt, sondern sich selbst auch als Volk bezeichnet. Das Judentum hat eine ganz eigene Kultur, die sich auch in den Speisen widerspiegelt. Viele Speisen haben eine weit zurückliegende Geschichte und besondere Bedeutung. Auf eine besondere Reise will uns dazu das Buch “Die Jüdische Küche” mitnehmen, es beschreibt sich selbst als “Eine kulinarische Reise zwischen Tradition und Moderne” und ist aus der Feder von Annabelle Schachmes.

Der erste Eindruck

Das Buch kommt in einem recht steifen Karton-Einband daher, der bei der Dicke des Buches (385 Seiten) hoffentlich einiges auszuhalten weiß. Die Seiten selbst sind aus stärkerem Papier. Man hat ein bisschen Angst, die Seiten versehentlich herauszutrennen. Die optimale Lösung ist das nicht. Er ist jedoch schön gestaltet mit Bildern von Alltagssituationen und Gerichten. Das Buch selbst hat die typische Gliederung eines Kochbuches: Verschiedene Rubriken wie Beilagen, Suppen, Hauptgerichte. Ein Anhang, ergänzt diese Rubriken mit einem Verzeichnis der jüdischen Feiertage mit kurzer Erklärung der Bedeutung und einem großen Register.

Der Inhalt

Das Buch enthält über 160 Rezepte. Die Rezepte sind jeweils mit einer Zutatenliste und einer Beschreibung der Zubereitung in Fließtext ausgestattet. ich empfehle zuerst das Rezept zu lesen und dann erst mit der Zubereitung anzufangen, denn leider taucht ein oder das andere Mal eine weitere Zutat auf, die nicht in der Zutatenliste steht. Besonders hervorzuheben, sind jedoch die Anleitungen für diverse Flechtwerke von Backwaren. das wird sicher interessant, diese einmal auszuprobieren.
Die Autorin gibt zu den Rezepten viele Anmerkungen, erzählt Anekdoten im Zusammenhang mit der jeweiligen Speise und lässt uns sehr tief in ihr kulturelles Umfeld schauen. Man erfährt recht viel von ihrem Leben. Besonders schön sind die vielen Bilder. Es sind Bilder aus dem Alltag, keine gestylten Schönheiten, sondern Bilder von Märkten, aus der Familie, Obst und Gemüse. Man hat den Eindruck, sie ist einfach mal in die Nachbarschaft gegangen und hat Bilder geknipst. Toll!
Natürlich habe ich auch ein Rezept ausprobiert, nichts kompliziertes: Ich habe Bagel gemacht. Ein Rezept dafür, bekommt ihr hier.

Einblick in eine andere Kultur

Die Eingangs beschriebene Reise ist schön und macht wirklich Freude. Man ist überrascht, wieviel Speisen einem selbst schon bekannt sind. Die Rezepte sind einfach gegliedert und die Bilder passend und nicht überladen. Es ist ein Buch zum anschauen, lesen, kochen und backen.

Das Buch ist im Verlag südwest erschienen und trägt die ISBN 978-3-579-09521-9.
Ein Leseprobe könnt ihr hier anschauen.

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