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Wir lieben Joghurt. Ja, wir lieben ihn in allen Varianten, ganz egal ob pur, mit Früchten, als Drink oder Eis. Warum dann nicht Joghurt selbst herstellen? Genau die Frage haben wir uns auch gestellt. Es ist wirklich viel einfacher, als man glaubt. Man benötigt Milch und Milchsäurebakterien (Starterkulturen). Beides bekommt man in jedem Supermarkt. Denn Starterkulturen stehen als Naturjoghurt im Kühlregal und die passende Milch steht direkt daneben. Es muss nur noch vermischt werden. Die Milchsäurebakterien machen die ganze Arbeit und aus der Milch wird Joghurt. Damit sie das tun, muss es ihnen gut gehen. Am besten sorgt ein Joghurtbereiter dafür. Wir haben uns für den Selbstversuch den Joghurtbereiter von Rommelsbacher geholt. Immerhin hat er im Test von Stiftung Warentest ein ‘sehr gut’ bekommen.
Er kostet stolze 50€ und liegt preislich im Mittelfeld. Wir sind gespannt, ob wir ihn auch sehr gut finden.

Viel Plastik auf dem Weg zum Joghurt

Beim Auspacken zeigt sich, dass auf dem Weg zum eigenen Joghurt am Anfang auch viel Plastikmüll liegt. Das Gerät ist mehrfach in Kunststoff-Folie eingepackt und sogar die Gläser sind doppelt in Kunststoff eingepackt. Immerhin die Stoßsicherung ist aus Pappe und nicht aus Styropor. Es ist insgesamt so viel Material, dass damit mühelos der Karton gefüllt werden kann. Hier ist noch Luft nach oben.

Das Gerät selbst besteht aus einem Unterteil mit Heizelement und einem Deckel aus transparentem Kunststoff. Alles ist sauber verarbeitet.

Der Joghurt wird in den 8 mitgelieferten Gläsern zubereitet. Die Deckel der Gläser sind so gestaltet, dass man den Herstelltag markieren kann. So behält man im Kühlschrank besser den Überblick. Die Gläser selbst machen einen eher billigen Eindruck. Als Zubehör kann man 8 Gläser als Set kaufen. (ca. 20€).

So funktioniert das Gerät.

Der Joghurtbereiter hat genau eine Aufgabe. Er soll die Milch über einen längeren Zeitraum auf einer Temperatur halten, bei der sich die Milchsäurebakterien wohl fühlen. Entsprechend kurz ist die Anleitung und entsprechend übersichtlich sind die Bedienelemente. Es gibt einen Ein/Aus-Schalter und zwei Tasten (“+” und “-”) für die Zeit. Daneben ist ein Display, auf dem die verbleibende Zeit zu sehen ist.

Joghurtbereiter Rommelsbacher - Kalorienpalast

Aus der Anleitung erfährt man in aller Kürze alles, was man zur Benutzung des Joghurtbereiters wissen muss. Zum Beispiel wird erklärt, was bei der Verwendung von Frischmilch zu beachten ist, oder wie man die verschiedenen möglichen Starterkulturen verwendet. Es wird gesagt dass die optimale Temperatur für Joghurtkulturen bei 42-44°C liegt.
Rommelsbacher empfiehlt, dass man verschiedene Varianten probieren soll. Auch das Thema Hygiene wird kurz angesprochen. Am Ende gibt es sogar noch ein paar Rezeptideen für den selbst gemachten Joghurt.

Es wird ernst

Wir nehmen Frischmilch aus dem Kühlregal und einen Naturjoghurt als Starterkultur. Händewaschen nicht vergessen. Alles, was direkt mit der Milch in Kontakt ist, wird heiß gespült und es kann losgehen.
Der Naturjoghurt wird in die Milch eingerührt und auf die 8 Gläser verteilt. Schraubdeckel drauf und dann kommen die Gläser in den Joghurtbereiter.

Nach dem Einschalten erscheint eine 9 auf dem Display. Das bedeutet 9 Stunden. Durch Drücken der beiden Timer-Tasten kann man die Zeit stundenweise länger oder kürzer stellen. (Ein Zeitraum von 1-18 Stunden ist möglich) Ist die Zeit gewählt, läuft der Timer automatisch rückwärts. Wir waren zwischendurch natürlich neugierig und haben nachgeschaut. Die Temperaturen im Gerät lagen zwischen 30 und 50°C, immerhin im Durchschnitt bei gut 42°C. Auch wenn wir höhere Temperaturen als erwartet gemessen haben, lassen wir alles laufen und warten den fertigen Joghurt ab.

Die letzte Stunde wird minutenweise angezeigt und am Ende gibt es noch einen Signalton. Laut Anleitung soll der Joghurt noch ein paar Stunden im Kühlschrank stehen.

Die Gläser sind übrigens stapelbar, so dass man im Kühlschrank keinen Platz verschenkt.
Nach mehreren Durchläufen mit verschiedenen Milchsorten und verschiedenen Naturjoghurts als Starterkulturen können wir sagen, dass das Gerät macht, was es soll. Aus der Milch ist jedes Mal Joghurt geworden.

Unser Fazit
4.3 / 5 Unsere Wertung
Pro
- Einfache Bedienbarkeit
- Stapelbare Portionsgläser mit Tagesmarkierung im Deckel
Contra
- Verpackungsmüll
- Preis der Zubehörgläser
Der Joghurtbereiter macht genau, was er soll. Die Milchsäurebakterien fühlen sich wohl und man hat nach einem Durchgang 8 Gläser mit Naturjoghurt. Wem für einen zweiten Satz Gläser, die Originalgläser zu teuer sind, der findet auch günstigere passende Gläser.
Aussehen
Verarbeitung
Größe
Bedienbarkeit
Funktionalität
Preis

 

Milch und Starterkulturen machen den Unterschied.

Wir haben, wie empfohlen, verschiedene Varianten probiert und gemerkt, dass es deutliche Unterschiede gibt. Mal ist der Joghurt cremiger und mal fester. Molke kann sich absetzen. Der Joghurt ist mal milder oder saurer. Wie der fertige Joghurt wird, ist immer von der Milch und dem verwendeten Naturjoghurt abhängig. Je höher der Fettgehalt der Milch ist, desto cremiger wird der Joghurt und desto weniger Molke setzt sich ab.
Ist die Milch homogenisiert, wird der Joghurt auch cremiger und weicher. Beim Naturjoghurt für die Starterkultur sollte man auf jeden Fall verschiedene Varianten probieren. Geschmack und Festigkeit zeigen gut in welche Richtung dann der selbst hergestellte Joghurt gehen wird. Wenn man experimentieren möchte kann man auch Milchpulver oder Innulin zugeben. Das Ergebnis wird dann eher fester oder cremiger.
Unser Favorit ist homogenisierte Frischmilch mit 3,8% Fett und ein weicher Naturjoghurt. Das Ergebnis ist ein milder cremiger Joghurt der mit frischen Früchten, Ahornsirup oder selbst gemachter Marmelade einfach unschlagbar ist.