Moment mal, soll das etwa ein Frühstück im Kalorienpalast sein? Ja klar! Es geht ja um alle Arten von Kalorien, auch die gesunden. Zugegeben, das Chia-Frühstück ist schon ein bisschen von der Fibo inspiriert. Ich hatte ja am Mittwoch erzählt, dass ich dort mit der Frage, ob Gesund und Lecker zusammen passen, unterwegs war.

Superfoods in aller Munde

Ein Thema, was mir dort auch begegnet ist, sind die so genannten Super-Foods. Wahrscheinlich habt ihr alle schon davon gehört. Der Marketing-Manager, der die Idee für diese Bezeichnung hatte, wurde mit Sicherheit super erfolgreich. Aber was macht jetzt eigentlich ein Lebensmittel zu einem Superfood? Was ist davon zu halten, oder sind es nur wunderbare Geschichten, die erzählt werden, um den Verkauf zu fördern?

Für den Anfang einer kleinen Reihe, habe ich mir Chia ausgesucht. Naja, das hängt wohl auch damit zusammen, dass ich mir auf der Fibo ein Päckchen geholt habe. Chia, das sind die Samen einer Salbeiart, die in Mittelamerika wächst. Sie haben einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren, insbesondere den wichtigen Omega-3-Fettsäuren. Chi wird in Mittelamerika schon sehr lange verwendet. Deshalb kursieren auch sehr viele Geschichten, in denen Sie in einem Atemzug mit den Azteken genannt werden. Bei den Marketing-Geschichten rund um die Wunderpflanze findet man eigentlich alle Themen, beleuchtet, die man sich vorstellen kann.

Was ist dran an Chia?

DSCWenn man die Nährstoffe betrachtet, sieht man mit ca. 30% einen einen relativ hohen Fettgehalt, 20% sind Proteine und ca 30% Ballaststoffe. Daneben sind noch viele Mineralstoffe und Vitamine enthalten, wie in fast allen Nahrungsmitteln. Der eine interessante Punkt an Chia ist der relativ hohe Gehalt an ungesättigten Fettsäuren. Da man aber nur verhältnismäßig kleine Mengen im Müsli oder anderen Gerichten verwendet, darf man Chia maximal als Bestandteil einer vielfältigen Mischkost und nicht als Allheilmittel betrachten.
Tatsächlich scheinen sogar die Ballaststoffe der interessanteste Teil der kleinen Samenkörner zu sein. Ballaststoffe sorgen dafür, dass man sich schneller satt fühlt. Ausserdem sorgen sie für eine ausgeglichene Verdauung. Wenn man nach Empfehlungen schaut, zum Beispiel von der DGE, merkt man schnell, dass man hier mit Chia wirklich punkten kann. Man kann mit einer normalen Menge Chia etwa 1/3 der epfohlenen Menge essen. Allerdings liegt Chia damit im gleichen Bereich wie Weizenkleie oder Leinsamen.

Und nun?

Auch wenn ich denke, dass Chia an sich ein interessantes Lebensmittel ist, kann es sicherlich nicht alle Marketingverspechen erfüllen. Es sollte vielmehr als Bestandteil einer abwechslungsreichen Ernährung betrachtet werden. So kann man damit zum Beispiel, andere Speisen zubereiten, als mit Leinsamen. Ein Beispiel, welches fast überall empfohlen wird, ist Chiapudding. Ich habe für euch eine Schokovariante zubereitet. Zusammen mit frischem Obst und einem kleinen Eiweißzuschuß wird daraus ein echtes Fitnessfrühstück.

Hier gehts zum Rezept

 

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