Bier Kochen-Kombinieren-Geniessen

Kein Getränk ist so tief in unserer Kultur verwurzelt wie Bier. Doch die wenigsten wissen, dass Bier nicht nur ein Durstlöscher ist, sondern auch ein passender Begleiter zu feinen Speisen oder sogar Würzmittel für das eine oder andere Gericht.

rustikal und modern

Stephen Beaumont möchte uns in seinem Buch “Bier Kochen- Kombinieren- Geniessen” das Thema Bier näherbringen.  Im eher ungewöhnlichen Buchformat und mit einer schön strukturierten Oberfläche kommt es einerseits rustikal, wie auch modern minimalistisch daher und bescherte uns mit 223 Seiten viel Lesestoff.
Mit zusätzlich 20 Rezepten und Tipps versprach uns der Klappentext noch einen kulinarischen Biergenuss. Wir haben uns sein Buch einmal näher angesehen und ein Rezept natürlich nachgekocht.

11 Kapitel mit viel Inhalt

In 11 Kapiteln gibt uns Stephen Beaumont einen Einblick in seine Welt: Bier!
Rund 30 Jahre habe er an diesem Buch gearbeitet und dabei viel über Bierverkostung und die unterschiedlichen geschmacklichen Nuancen gelernt. Bei seinen Bierverkostungen hat er dann letztlich Zustimmung für seine geschmacklichen Kombinationen erfahren und dieses Wissen nun niedergeschrieben.
Das Buch ist in gewisser Weise zweigeteilt.
In den ersten fünf Kapitel geht es um ein Grundwissen rund um die Entstehung von Bier, der Braukultur, die essentiellen Zutaten und deren Herkunft. Er zeigt in diesen Kapiteln übersichtlich auf, welche Biere zu einer geschmacklichen Familie gehören und gibt auch gleich die typischen Vertreter dieser Familien, samt Bilder an. Eine wirklich tolle Übersicht.

Gut strukturiert und lecker?

In den weiteren Kapiteln bringt er Essen und Bier zusammen. Erklärt zuerst im Kapitel “Bierkulinarik heute” besonders anschaulich und mit Hilfe diverser Gastbeiträge, wie man Bier “schmeckt” und gibt Hilfestellung bei den ersten Kombinationsversuchen.
In “Gut Kombiniert” steigert er das in erste konkrete Beispiele, um dann in “Bier-Köche & ihre Rezepte” Köche mit ihrer Philosophie und Herangehensweise zu Wort kommen zu lassen. Natürlich gibt es dazu auch ein passendes Rezept.
Mit einer wirklich gelungenen Übersicht über “Was passt wozu?” und Gastrotipps rund um den Erdball endet dann das Werk.

Bier-Rezepte mit Schwächen

Natürlich haben wir aber auch eines der Rezepte probiert:
Edu Passarellis “Schweinerippchen in Schokoladen-Bier-Sauce”.
Ungewöhnliche Kombination, aber sehr lecker.  Die eine oder andere Schwäche kann man den Rezepten verzeihen. Es fehlt beispielsweise eine Zeitangabe für die Gesamtdauer, wobei dieses nicht besonders tragisch ist.  Beim Nachkochen der Rippchen fehlte uns jedoch auch die Zeitangabe für einen Zwischenschritt, die durchaus  für den ungeübten Koch sicher wichtig ist.
Die Arbeitsschritte sind sehr kompakt zusammengefasst. Die Rezepte sind eher etwas für den geübten Koch. Es ist ja aber auch kein Kochbuch.

Wissen mit leckeren Rezepten

Das Buch ist schön gemacht und man spürt den Enthusiasmus des Autors und der Gastautoren für das Thema Bier. Die Übersichten, über die verschiedenen geschmacklichen Richtungen und deren typischer Vertreter, sind sehr hilfreich. Gekrönt wird dies mit der Übersicht, welches Bier zu welchem Gericht passt. Wirklich hilfreich für alle Menschen, die ihren Biergenuss auch einmal anders erleben möchten. Das Bier wird auf diese Art wirklich auf eine andere Ebene des Genusses gehoben und man bekommt viel Lust, einiges Neues auszuprobieren!
Die Illustrationen und ausgewählten Bilder sind spannend und toll gemacht, das Auge klebt am Buch und den Bildern fest.
Das im Buch vermittelte Wissen ist jedoch sehr kompakt und teilweise für Menschen, die mit dem Thema Essen weniger zu tun haben, schwer zugänglich und nachvollziehbar. Hier wird das Buch zum puren Nachschlagewerk. Die Gestaltung der Rezepte beinhaltet einige Schwächen. Ein ungeübter Koch wird seine Schwierigkeiten haben.

Erhältlich ist das Buch im Verlag Bassermann Inspiration, ISBN 978-3791382869.
Eine Leseprobe könnt ihr euch hier ansehen.

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