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ALDI Bistro. Unsere Meinung.

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Am 27.04.2017 hat ALDI bei uns in Köln ein eigenes kleines Bistro eröffnet. Das Bistro besteht aus alten Schiffscontainern, Paletten etc. Dazu gab es ein Event für Food-Blogger und eine Eröffnungsparty mit lokaler Prominenz. Ein richtiges Upcycling-Bistro mit Eventcharakter und leckerer Küche soll es sein. Robert Marx, ein Koch, bekannt aus der Sendung “Mein Lokal, dein Lokal”, hat die täglichen Menüs nur aus ALDI- Zutaten entwickelt. Natürlich kann auch jeder die Rezepte dazu erhalten. Im Aldi Bistro kann man für 7,99 Euro essen. Das komplette Menü. Alle drei Gänge. Insgesamt!

Gut und Günstig

Hört sich toll und günstig an. Für was koche ich dann eigentlich noch zu Hause selbst? Wozu benötige ich eine Küche? Es gibt doch ALDI- Bistro! Sollte das Konzept ein Erfolg werden, wird es, wie in jedem Bereich, schnelle Nachahmer finden.
Lidl, Netto und wie sie alle heißen, werden sich darauf stürzen. Es wird Drei- Gänge- Menüs für noch weniger Geld geben. Zukünftig gibt es in jedem Discounter ein kleines Bistro, in dem dort frisch zubereitete Gerichte serviert werden. Natürlich nur mit den Zutaten aus dem eigenen Sortiment. In dieser tollen Zukunft werden prominente Fernsehköche wie die Herren Lafer oder Schuhbeck ihr Gesicht neben die Rezepte drucken lassen und sich lachend für die Werbeposter zur Verfügung stellen.
Da die Discounter inzwischen sogar bis in die Innenstädte reichen, wird es kein Problem sein, ein flächendeckendes gastronomisches Angebot zu etablieren. Jeder soll versorgt werden und jeder will versorgt werden! Den Speiseplan gibt es als App und die Zutaten für die Rezepte werden in Tüten auch direkt vor Ort verkauft!

Die Zukunft

Welcher bodenständige Gastronom würde bei solcher Zukunftsprognose noch ein Restaurant eröffnen? Im Konkurrenzkampf mit dem Discounter oder anderen Marktriesen, haben schon ganze Innenstädte mit ihren Einzelhändlern die weisse Fahne gehisst und sind verschwunden.
Was wird dann wohl mit der Vielfalt der Gastronomie geschehen? Ein Restaurant wird dann zukünftig zum kulinarischen Tempel derjenigen, die es sich leisten können auch 25 Euro für Schnitzel, Pommes und Salat auszugeben. Der Rest geht zum ALDI- Bistro und ist froh, günstig was zu essen bekommen zu haben.

Mir wird schlecht

Bei all diesen Gedanken, die ich gerade mit Euch teile wird mir schlecht. Ja, ich bin richtig sauer. Nicht, dass ich mir schon lange die Frage stelle, was der “Landwirt” eigentlich noch verdient, wenn er Fleisch an den Discounter liefert und was er alles dafür anstellt. Darüber versuche ich mir alleine schon dadurch keine Gedanken machen zu müssen, in dem ich einfach kein Fleisch beim Discounter kaufe. Stichwort Massentierhaltung und Nachhaltigkeit.
Nein, es stellt sich mir die Frage, wieviel uns eigentlich noch ordentliches Essen wert ist? Es gibt einfach Lebensmittel, die müssen, um gut und wertvoll zu sein, etwas kosten. Ansonsten wurde getrickst und das meist zum Nachteil von Natur, Umwelt, Erzeuger oder uns Verbrauchern.

600g Hähnchenbrust für 2,99 Euro…

…das ist kein realistischer Preis für den Verbraucher. Das bei diesem Preis der Landwirt noch etwas verdient, liegt einzig und alleine daran, dass er durch Massentierhaltung, Futtermittel, Zusatzsoffe etc. dafür sorgt, dass in kürzester Zeit aus einem Ei ein schlachtfertiges Huhn wird. Das dieses Fleisch jedoch qualitativ eher etwas für die Tonne, statt für den Teller ist, bemerkt nur noch der Verbraucher der schon einmal Fleisch von einem Direktvermarkter mit kleiner Haltung genossen hat.
Obst und Gemüse das aus aller Welt stammt, wird zum Schleuderpreis unter die Menschen gebracht. Im selben Atemzug, blicken wir verwundert auf Menschen, die anfangen Nahrungsergänzungsmittel zu schlucken, weil sie es alleine durch Lebensmittel nicht schaffen ihren Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen zu decken und das trotz ausgewogener Ernährung.

Unser Fazit

Das Konzept von Aldi- Bistro ist für uns alle schädlich, doch die wenigsten haben dies erkannt. Es schädigt unsere gastronomische Kultur und es schädigt unser Verständnis für nachhaltige Lebensmittel, regionale Vielfalt an Erzeugnissen und das Lebensmittelhandwerk.
Dass einige Blogger- Kollegen dies noch unterstützen, ärgert mich noch viel mehr. Insbesondere, wenn diese sonst viel Wert auf gute, wertvolle und geschmackvolle Zutaten und das Handwerk legen. Sicherlich sind wir auch nicht perfekt und nicht immer ist es möglich, Lösungen zu finden, doch bemühen wir uns ehrlich darum. Hier hat jeder eine Wahl. Wie so oft im Leben wird jedoch mit den Füßen abgestimmt.
Wir werden dieses Konzept nicht unterstützen.

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